Die drei Fragen vor dem Sprechen

Ein Lehrer und ein Besucher vor drei sinnbildlichen Sieben in einem hellen Innenhof.

Ist es wahr, ist es gut und ist es wirklich nötig? Drei kurze Fragen können verändern, wie wir miteinander umgehen.

Ein aufgeregter Mann suchte einen weisen Lehrer auf. Noch bevor er richtig angekommen war, wollte er erzählen, was er über einen anderen Menschen gehört hatte.

Der Lehrer hob ruhig die Hand. „Bevor du beginnst, lass uns deine Nachricht durch drei Fragen gehen lassen.“

„Die erste lautet: Weißt du sicher, dass das, was du erzählen möchtest, wahr ist?“

Der Mann zögerte. Er hatte es nur von jemandem gehört.

„Dann die zweite Frage: Ist das, was du sagen möchtest, gut oder hilfreich für den Menschen, von dem du sprichst?“

Wieder schüttelte der Mann den Kopf.

„Und die dritte Frage: Ist es notwendig, dass ich es erfahre?“

Nun wurde es still. Der Mann merkte, dass seine Nachricht weder sicher wahr noch freundlich noch notwendig war. Er verabschiedete sich, ohne sie weiterzugeben.

Vielleicht können wir nicht jedes Gerücht verhindern. Aber wir können entscheiden, ob es durch uns weitergetragen wird. Zwischen dem ersten Impuls und dem ausgesprochenen Wort liegt ein kleiner Raum. In diesem Raum wohnen Achtsamkeit und Verantwortung.

Ein Impuls für dich

Welcher deiner nächsten Sätze darf heute durch die drei Fragen gehen: Ist er wahr? Ist er hilfreich? Ist er nötig?

Eigenständige Nacherzählung eines weit verbreiteten, Sokrates zugeschriebenen Lehrmotivs; die Zuschreibung ist historisch nicht belegt.


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